Die "Winterreise" von Franz Schubert
Das erste Konzert im Jubiläumsjahr 2026
Das „Forum am See“ auf der Lindauer Insel war einmal mehr ein passender Veranstaltungsort für Kammermusik auf höchstem Niveau. Solches konnte man am Samstag, dem 3. Januar erleben, als der Liederzyklus „Die Winterreise“ von Franz Schubert zu hören war. Die von Franz Schubert vertonten Texte aus der Feder von Wilhelm Müller beschreiben metaphorisch die vergebliche Suche eines ruhelosen Wanderers nach einem Zuhause, nach Liebe und Vertrautheit. Er erfährt hingegen Kälte, Einsamkeit, Ablehnung, Enttäuschung.
Die kirchennahe Gottliebe und Karl Adolf Schön Stiftung mit Sitz in Lindau, hatte dazu die beiden Musiker Andreas Preuß aus Hamburg (Tenor) und Professor Gerhard Vielhaber aus Neuravensburg (Pianist) gewinnen können. Sie beeindruckten nicht nur durch eine souveräne Gestaltung ihrer Partien, sondern sie bestätigten das Zitat von Gustav Mahler „Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten“. Die Zuhörenden erlebten, dass der wahre Ausdruck, die Emotion und das Geheimnis der Musik in der Interpretation, der Stille zwischen den Tönen und der schöpferischen Freiheit liegt und Musik weit über die geschriebene Partitur hinausgeht. Besonders berührend gestalteten sie die Zugabe „Leise flehen meine Lieder“ von Franz Schubert. Diese widmeten die beiden Musiker ihrem ehemaligen Musik-Professor und Pianist Justus Zeyen, der vor kurzem unerwartet starb.
Der gediegen-elegante Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Zuspruch die beiden Künstler zu weiteren „Taten“ in Lindau animiert. Die Gottliebe und Karl Adolf Schön Stiftung feiert dieses Jahr ihr 10-jähriges Bestehen mit weiteren Konzerten in Lindau. Infos dazu werden auf der Homepage www.schoen-stiftung.de sowie an den Info-Tafeln in Lindau bekanntgegeben.
(R.K.)
